
Aufräumen kann doch jede:r, oder? Was Ordnungscoaches wirklich machen.
Was macht eine Ordnungsberater:in? Woher kommt dieser noch recht junge Beruf und warum braucht es dafür mehr als ein gutes Händchen für schöne Organizer? Eine kleine Reise durch die Geschichte des professionellen Ordnungschaffens und ein persönlicher Einblick in meine Arbeit.

„Was machst du denn da als Aufräumexpertin? Ich kann mir immer noch nichts darunter vorstellen.“ Das höre ich oft, wenn ich erzähle, dass ich selbstständig als Ordnungscoach tätig bin und dabei einen achtsamen Zugang gewählt habe. Ich erkläre es so:
Es gibt Menschen, bei denen scheint Ordnung ganz selbstverständlich zu funktionieren. Die Schlüssel liegen immer am selben Platz, wichtige Dokumente sind in beschrifteten Ordnern griffbereit und die Kleidung ist farblich sortiert. Sie können sich kaum vorstellen, dass man bei so etwas „Banalem“ wie Aussortieren, Kategorisieren und Haushaltsroutinen Unterstützung braucht.
Und dann gibt es Menschen, bei denen sich die Dinge offenbar selbstständig machen. Die Post hinterlässt eine Spur vom Eingangsbereich bis zum Küchentisch, der berühmte Kleidersessel ähnelt mittlerweile dem Mount Everest und überall findet man Dinge, die man irgendwann ganz bestimmt noch brauchen kann.
Denn Ordnung zu schaffen und zu halten ist nicht für alle Menschen gleichermaßen einfach. Gerade wenn viele Interessen, Projekte und Verpflichtungen zusammenkommen oder das Leben uns vor besondere Herausforderungen stellt, bleibt die Ordnung manchmal auf der Strecke. Menschen mit AD(H)S kann es schwerfallen, überhaupt anzufangen, die nächsten Schritte zu planen oder dranzubleiben – nicht, weil der Wille fehlt, sondern weil das Gehirn diese Abläufe anders steuert.
Und weil sich das bisschen Haushalt eben nicht von alleine macht und Unordnung zur Belastung werden kann, gibt es Ordnungscoaches. Sie unterstützen dabei, das Chaos wieder in den Griff zu bekommen und auch die Ordnung danach alleine halten zu können.
Wie sieht die Arbeit eines Ordnungscoaches konkret aus?
Das kann ich nicht pauschal beantworten - da das jede Aufräumberater:in unterschiedlich handhabt. Bei mir läuft ein Vor-Ort-Termin so ab:
Nach einem kostenlosen Erstgespräch per Telefon, komme ich zu meinen Kund:innen nach Hause und schaue mir mit ihnen gemeinsam die vereinbarten Räume an. Ich stelle dabei viele Fragen: Warum wird dieses Parfum ausgerechnet hier aufbewahrt? War das eine bewusste Entscheidung oder hat sich das einfach so ergeben, weil man nicht wusste, wohin damit?
Es geht dabei nicht um Bewertung, sondern darum zu verstehen, wie meine Kund:in "tickt", was schon gut funktioniert und wo es noch Unterstützung braucht.
Anschließend schätze ich den Umfang des Ordnungsprojekts ein und wir besprechen, wo wir beginnen und wie wir am besten vorgehen könnten.
Und dann werden die Ärmel aufgekrempelt.
Wir räumen zum Beispiel einen Kasten vollständig aus, gehen die Dinge gemeinsam durch und entscheiden, was bleiben darf und was aussortiert werden kann. Wobei eines ganz wichtig ist: Meine Kund:innen entscheiden selbst, welche Dinge sie behalten möchten. Ich unterstütze sie dabei, diese Entscheidungen zu treffen.
Danach räumen wir die Dinge, die bleiben dürfen, so ein, dass es sich für meine Kund:innen stimmig anfühlt und sie künftig wissen, wo dieses oder jenes Ding „wohnt“ – wie ich immer so gerne sage.
Dabei geht es nicht nur darum, einen Kasten schön einzuräumen. Wir überlegen auch, wie sich die neue Ordnung mit möglichst wenig Aufwand halten lässt. Damit die Dinge im Alltag leichter zu finden sind und nach ihrer Verwendung unkompliziert wieder an ihren Platz zurückwandern können.
Denn die beste Ordnung nützt wenig, wenn sie nur so lange funktioniert, wie ich danebenstehe.
Bei Erschöpfung, nach einem Burn-out oder während einer Lebenskrise, achte ich besonders darauf, dass meine Kund:innen nicht über ihre eigenen Grenzen gehen. Bei Bedarf gestalten wir die Sitzungen kürzer und legen zwischendurch Pausen ein. Wird eine akute Überlastung spürbar, können kleine Übungen, beispielsweise Atemübungen, helfen, wieder zur Ruhe zu kommen.
Nicht jede Ordnungsreise muss oder soll im Eiltempo stattfinden!
Wie alles begann: Eine ungewöhnliche Idee aus Amerika
Die Geschichte des Ordnungscoaches begann 1983 in einem Wohnzimmer in Los Angeles. Dort traf sich eine kleine Gruppe von Frauen, die beruflich Menschen beim Organisieren unterstützten. Sie wollten Erfahrungen austauschen, voneinander lernen und sich gegenseitig stärken.
Daraus entwickelte sich die National Association of Professional Organizers, kurz NAPO. Heute trägt der Verband den Namen National Association of Productivity and Organizing Professionals.
Eine kleine Initiative, aus der eine internationale Bewegung entstand.
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde immer deutlicher, dass professionelles Organisieren weit mehr umfasst als das Aussortieren überflüssiger Gegenstände. Es geht auch um Gewohnheiten, Zeitmanagement, Entscheidungsprozesse und die Frage, wie Menschen ihren Alltag gestalten.
Einen entscheidenden Beitrag zur weltweiten Bekanntheit leistete schließlich Marie Kondo.
Plötzlich diskutierte man darüber, ob Unterhosen richtig gefaltet werden, ob Schraubenzieher Freude bereiten und wie viele Gegenstände ein Mensch tatsächlich braucht.
Sie hat das professionelle Ordnungscoaching nicht erfunden. Aber sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Thema Ordnung einen neuen Stellenwert bekam.
Ordnungscoaching in Österreich: Ein junger Beruf entwickelt sich
Auch in Österreich gibt es seit 2012 professionelles Ordnungscoaching, wenngleich der Beruf hier immer wenig bekannt ist.
Ein wichtiger Schritt folgte 2019, als die Wirtschaftskammer Österreich ein offizielles Berufsbild für Aufräumcoaches beschloss mit dem sperrigen Gewerbewortlaut:
„Beratung privater Haushalte betreffend das Aussortieren nicht mehr benötigter Güter“.
Nicht gerade eine Bezeichnung, die man sich besonders gut merkt. Deshalb werden oft andere Bezeichnungen verwendet wie: Ordnungscoaching, Aufräumexpert:in, Professional Organizer oder Ordnungsberater:in. Die Liste an synoymen Bezeichnungen ist lang. Im Kern geht es bei allen um:
- die Analyse der bestehenden Ordnungssituation
- das Aussortieren von Dingen
- die Entwicklung individueller Ordnungssysteme
- das Anpassen von Gewohnheiten und Routinen
Welche Ausbildung braucht man in Österreich, um Ordnungscoach zu werden?
Ordnungscoaching ist in Österreich ein freies Gewerbe. Das bedeutet, dass keine gesetzlich vorgeschriebene Fachausbildung absolviert werden muss, um diese Tätigkeit auszuüben.
Gerade weil es keine verpflichtende Ausbildung gibt, sind fachliche Qualifikation, praktische Erfahrung und freiwillige Weiterbildung besonders wichtig.
Mittlerweile stehen unterschiedliche Ausbildungswege zur Verfügung. Von praxisorientierten Lehrgängen über Online-Ausbildungen bis hin zu spezialisierten internationalen Fortbildungen.
Auch die Vernetzung innerhalb der Branche hat sich weiterentwickelt. Denn auch wenn wir Ordnungscoaches unterschiedliche Methoden und Schwerpunkte haben, verbindet uns ein gemeinsames Anliegen: Menschen dabei zu unterstützen, ihren Alltag leichter zu gestalten.
2020 schlossen sich einige engagierte österreichische Aufräumexpert zusammen. Daraus entstand 2022 der Verband der Ordnungsberater:innen Österreich.
Heute setzt sich der Berufsverband dafür ein, die Tätigkeit bekannter zu machen, fachlichen Austausch zu ermöglichen und das Berufsbild gemeinsam weiterzuentwickeln.
Was ist die richtige Ordnung oder die richtige Methode?
Manche Menschen lieben Minimalismus. Wenige Dinge, freie Flächen, klare Linien. Andere fühlen sich erst dann richtig wohl, wenn viele Bücher, große Pflanzen und pompöse Deko sie umgeben.
Die einen möchten einen Kleiderschrank, der aussieht wie aus einem Einrichtungsmagazin. Andere sind schon glücklich, wenn sie morgens auf Anhieb zwei zusammenpassende Socken finden.
Manche schätzen Ästhetik, für andere zählt lediglich die Funktionalität.
Was ist nun richtig? Alles - solange man sich und seine Mitbewohner:innen damit wohl fühlen!
Entsprechend unterschiedlich sind auch die Ansätze im professionellen Ordnungscoaching.
Marie Kondo beispielsweise konzentriert sich stark auf die bewusste Entscheidung, welche Gegenstände glücklich machen.
Beim ästhetischen Home Organizing geht es zusätzlich darum, Stauräume optimal zu nutzen, passende Organizer auszuwählen und ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen.
Andere Methoden beschäftigen sich intensiver mit Gewohnheiten, mit Schwierigkeiten beim Loslassen oder mit der Frage, warum Ordnungssysteme trotz großer Motivation immer wieder scheitern.
Was für eine Person wunderbar funktioniert, kann für eine andere völlig ungeeignet sein.
Und genau deshalb bin ich überzeugt, dass ein gutes Ordnungssystem nicht bei den Aufbewahrungsboxen beginnt, sondern bei den Menschen, die es später nutzen sollen.
Mein Weg zum achtsamen Ordnungscoaching
Meine eigene Ordnungsreise begann lange bevor ich beschlossen habe, Ordnungscoach zu werden.
Als ich mit 18 Jahren zwischen dem Studentenwohnheim in Wieselburg und meiner eigenen Wohnung in Wien pendelte, begann ich, mich intensiv damit zu beschäftigen, wie Ordnung funktioniert und weshalb es manchmal so schwierig ist, sie langfristig zu halten.
Ich inhalierte förmlich die unterschiedlichsten Aufräummethoden. Ich las Bücher, schaute YouTube-Videos und probierte diverse Aufräumtipps aus. Manches funktionierte wunderbar, anderes passte überhaupt nicht zu mir und meinem Alltag.
Bei meiner Mutter schien das alles wie von selbst zu gehen. Immer perfekt aufgeräumt, alles blitzeblank. Ich begann an mir zu zweifeln: Warum schaffte ich etwas scheinbar so Einfaches nicht genauso gut wie sie?
Besonders während einer persönlichen Krisenzeit habe ich erlebt, wie eng Überforderung und Unordnung miteinander verbunden sein können – und wie sehr es am Selbstwert nagt, wenn man das Gefühl hat, „es nicht im Griff zu haben“.
Spätestens als alleinerziehende Mutter mit kleinem Kind, Haus und Garten wurde mir klar: Mich ständig zu vergleichen macht mich unglücklich. Es geht nicht darum, das Zuhause meiner Mutter zu kopieren, sondern mein eigenes zu gestalten. Eines, das mich und mein Kind im Alltag unterstützt. Eines, das uns glücklich macht und nicht nur Arbeit.
Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum es mir heute in der Ausübung meines Berufes so wichtig ist, Menschen nicht an irgendeinem Ordnungsideal zu messen, sondern gemeinsam herauszufinden, was für sie wirklich funktioniert.
Ich gebe zu: Ich liebe den Minimalismus. Nicht als dogmatischen Ansatz nach dem Motto „Man darf nur drei Teller besitzen“, sondern als Haltung, die mir hilft, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Seit ich mein Zuhause so einfach wie möglich halte, gelingt mir das tägliche Ordnung halten mit meinem Kind so viel leichter.
Versuche ich jetzt alle meine Kund:innen vom Minimalismus zu überzeugen? Nein! Wir brauchen nicht alle dieselbe Ordnung, sondern Strukturen, die so individuell sind, wie wir selbst.
Aus meiner persönlichen Suche nach einer funktionierenden Ordnung wurde schließlich mein Beruf.
Meine professionelle Ausbildung habe ich an der Akademie der Ordnung von Isabella Franke absolviert.
Isabella Franke ist im deutschsprachigen Raum besonders für ihre Verbindung von Home Organizing und Ästhetik bekannt. Bei ihr habe ich unter anderem gelernt, wie sich vorhandener Stauraum sinnvoll planen und durch geeignete Organisationssysteme optimal nutzen lässt.
Diese Ausbildung hat mir wertvolles Handwerkszeug mitgegeben. Denn natürlich macht es Freude, wenn ein Schrank nach dem gemeinsamen Organisieren nicht nur funktional, sondern auch schön anzusehen ist.
Heute verbinde ich dieses Wissen mit meinem besonderen Interesse daran, wie Ordnung, Gewohnheiten und menschliches Verhalten zusammenspielen.
Mein Ansatz richtet den Blick deshalb auch stark auf die Arbeit davor: Warum ist die bisherige Ordnung nicht gelungen? Welche Gewohnheiten stehen dahinter? Und was braucht es, damit ein Ordnungssystem langfristig funktioniert?
Um Menschen fachlich fundiert begleiten zu können, die schon sehr lange mit Unordnung zu kämpfen haben, habe ich mich mit dem Themenbereich "chronische Desorganisation" auseinandergesetzt und mich beim amerikanischen Institute for Challenging Disorganization, kurz ICD, weitergebildet.
Was bedeutet chronische Desorganisation?
Manchmal geht es um einen überfüllten Kleiderschrank oder einen Abstellraum, der dringend etwas Aufmerksamkeit braucht.
Manchmal ist die Situation aber deutlich komplexer.
Es gibt Menschen, die seit Jahren oder sogar Jahrzehnten versuchen, Ordnung in ihr Zuhause zu bringen - ohne Erfolg.
Sie haben Bücher gelesen, Aufräumtipps ausprobiert und sich unzählige Male vorgenommen, endlich etwas zu verändern.
Vielleicht hat es zwischendurch sogar funktioniert.
Doch irgendwann war das Chaos wieder da.
Wenn Schwierigkeiten mit Ordnung und Organisation über einen langen Zeitraum bestehen, die Lebensqualität beeinträchtigen und trotz wiederholter Lösungsversuche immer wieder auftreten, spricht man in der Fachwelt von chronischer Desorganisation (vgl. ICD).
Das ist keine eigenständige medizinische Diagnose (wie es das pathologische Horten ist), sondern beschreibt ein anhaltendes Muster von Organisationsschwierigkeiten. Es kann beispielsweise im Zusammenhang mit AD(H)S oder belastenden Lebensumständen auftreten.
Ein Ansatz, der eine wertvolle Herangehensweise für Hüter:innen der Dinge - wie ich sie nenne - darstellt, ist die Space Maker Method von April Scott Tandy.
Dabei steht ein achtsamer und schrittweiser Umgang mit den eigenen Dingen im Mittelpunkt. Statt Menschen mit radikalen Ausmistaktionen zu überfordern, dürfen Entscheidungen in mehreren Durchgängen getroffen werden.
Denn hinter einem Gegenstand steckt für sie viel mehr als sein materieller Wert. Eine Erinnerung. Eine Hoffnung. Ein schlechtes Gewissen. Oder die Vorstellung, dass man irgendwann vielleicht doch noch Verwendung dafür finden könnte.
Diese Menschen brauchen niemanden, der energisch mit einem Müllsack durch die Wohnung marschiert. Sie brauchen vor allem Zeit, Verständnis und einen geschützten Rahmen, um gute Entscheidungen für sich selbst treffen zu können.
Ordnung ist keine Charaktereigenschaft
Zwei Gedanken prägen meine Arbeit besonders: Ordnung ist erlernbar. Und Ordnung schaffen ist für mich weit mehr als Aufräumen – es ist ein Akt der Selbstfürsorge.
Für mich bedeutet achtsames Ordnen, herauszufinden, was einem selbst guttut, und sich Schritt für Schritt ein Zuhause zu schaffen, das einen trägt und nährt.
Denn wer sich auf seine persönliche Ordnungsreise begibt, setzt sich auch mit sich selbst auseinander. Was brauche ich wirklich? Welche Dinge tun mir gut? Wovon möchte ich mich verabschieden? Und wie möchte ich eigentlich leben?
Es geht nicht nur darum, Dinge auszusortieren und ihnen einen passenden Platz zu geben. Es geht darum, sich bewusst ein Zuhause zu gestalten, das den eigenen Bedürfnissen entspricht. Einen Ort, an dem wir uns wohlfühlen, zur Ruhe kommen und Kraft schöpfen können. Der uns in unserem Alltag unterstützt, statt uns zusätzlich Energie zu kosten.
Dabei gibt es keine allgemeingültige Anleitung. Manche Menschen haben bereits früh passende Gewohnheiten entwickelt, andere müssen erst herausfinden, welche Strukturen für sie funktionieren. Und weil unser Gehirn ein Leben lang lernfähig bleibt, können wir auch neue Routinen entwickeln und bestehende verändern.
Viel wichtiger als die perfekt eingeräumte Schublade ist mir aber, dass sich Menschen in ihrem eigenen Zuhause wohlfühlen.
Gerade beim Thema Unordnung begegnen mir immer wieder Vorurteile oder abwertende Aussagen gegenüber Menschen, denen es schwerfällt, Ordnung zu halten.
Viele Betroffene kämpfen ohnehin schon mit Selbstvorwürfen und hohen Erwartungen an sich selbst. Manche schämen sich und trauen sich kaum noch, Freunde oder Familie zu sich nach Hause einzuladen.
Vielleicht ist es ja sogar deine Kolleg, mit der du täglich zusammenarbeitest. Dein Vorgesetzter, der beruflich alles im Griff hat. Oder die erfolgreiche Rechtsanwältin aus deinem Bekanntenkreis. Menschen, die du kennst und schätzt, bei denen du aber vielleicht noch nie zu Hause warst. Wer weiß schon, wie es hinter deren Wohnungstür aussieht?
Jemand kann beruflich Großartiges leisten, unglaublich kreativ sein oder sich mit viel Engagement um andere kümmern und trotzdem Schwierigkeiten haben, den eigenen Haushalt zu organisieren.
Deshalb ist mir wichtig: Begegnen wir einander immer mit Mitgefühl und Wertschätzung. Wir wissen selten, welches Packerl unser Gegenüber zu tragen hat.
Wir alle haben unsere Stärken und unsere Herausforderungen. Warum sollte ausgerechnet die Fähigkeit, Ordnung zu halten, darüber entscheiden, wie wertvoll wir als Menschen sind?
Ich wünsche mir, dass Betroffene offener über ihre Schwierigkeiten sprechen können, ohne Angst vor Abwertung. Dass Menschen sich auch mit ihrer Unordnung zeigen und Unterstützung annehmen können, ohne sich dafür schämen zu müssen!
Über die Autorin
DI Barbara Lipp, MA, ist Gründerin von Achtsames Ordnen und begleitet Menschen als zertifizierter Ordnungscoach und akademische Mediatorin in Wien, Niederösterreich, Burgenland sowie online.
Sie verbindet professionelles Ordnungscoaching mit Erkenntnissen aus Mediation, Projektmanagement, Achtsamkeit und ihren Weiterbildungen beim Institute for Challenging Disorganization. Ihr besonderes Anliegen ist es, Menschen unabhängig von ihrer aktuellen Ordnungssituation respektvoll zu begleiten und gemeinsam langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln.
